New Orleans -
The Jubilee tour: 31. Mai - 15. Juni 2017 (Pfingsten)

40 years of Schubert in New Orleans

New Orleans - ein Fest fürs Leben
"Wenn Du das Glück hattest, als junger Mensch in New Orleans zu leben,
dann trägst Du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir, wohin Du auch gehen magst“

(frei nach Hemingway)

10 Tage in New Orleans, 4 Tage in Natchez (der alte Süden)

1977 war ich zum ersten Mal da. Seither immer wieder, einige der schönsten Momente meines Lebens dort verbracht, fast verzweifelt durch die Katastrophe "Katrina", dann die Wiedergeburt, die unvorstellbare Vitalität der Bewohner.
Schon am Airport von New Orleans: der Geruch, feucht, schwül, heiß, hier sind nicht mehr die sterilen, sauberen USA, hier riecht man die Tropen.
Die Kultur, die Küche, die Architektur, das Stadtbild - nicht wie sonst in den USA von den Briten geprägt, sondern von den ehemaligen Kolonialherren Louisianas, den Franzosen. Dazu ein erheblicher Einschlag kreolischer, karibischer und vor allem afrikanischer Kultur.
Irgendwann um 1900 herum entstand hier der Jazz. Auf der Flucht vor den erbärmlichen Bedingungen auf den Baumwollfeldern des Mississippi Delta kamen Schwarze in die Stadt, die den Blues mitbrachten.
Hier trafen sie auf die verfeinerte kreolisch-französisch-karibisch geprägte Musik und verkürzt dargestellt, hieraus entstand der Jazz.

Der Jazz ist heute lebendiger denn je in New Orleans. Nein, nicht der intellektuelle sogenannte moderne Jazz, wie er an allen Musikhochschulen der Welt gelehrt wird, auch nicht der auf die Hörgewohnheiten eines weißen Publikums schielende Fusion-, Rock-, Pop- oder Nu-Jazz. Nein - hier ist der Jazz vorwiegend schwarz, schweißtreibend (also funky) sowohl bei Musikern wie Publikum.
Und zwei Dinge sind in New Orleans immer dabei: zum einen der Blues, genauer gesagt der Rhythm 'n‚ Blues und Soul à la New Orleans, zum anderen die afrikanischen Rhythmen der Mardi Gras Indians. Das sind Schwarze, die sich zu Stammesbünden zusammenfinden, sich als Indianer verkleiden aus Respekt den Ureinwohnern Amerikas gegenüber, und seit über 250 Jahren jeweils sonntags ihre afrikanischen Rhythmen und Gesänge pflegen, bis Anfang/Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Congo Square, und als dies von den neuen Herren der Stadt, den Yankees, verboten wurde, in Privathäusern, Kneipen, Tanzhallen u.ä. Bis heute sind die "Indian Practices" Uneingeweihten kaum zugänglich. Kein Musiker in New Orleans, der nicht mit dieser Musik großgeworden ist, der nicht die Lieder wie Iko, Iko, Hey Pocky Way, My Indian Red kennt. Bezeichnend, daß die heilige Familie der New Orleans Musik , die Neville Brothers, ihr wohl bestes Album nicht unter eigenem Namen aufgenommen haben, sondern in Zusammenarbeit mit den Wild Tchoupitoulas und dem Häuptling dieses Stammes, Big Chief Jolly.
Genauso wie in meiner Heimatstadt Köln keine Veranstaltung (sie es eine Hochzeit oder eine Beerdigung) vergeht, ohne daß nicht irgendwann ein Lied der Bläck Fööss gesungen wird, gibt es in New Orleans kein Konzert (sei es Jazz oder Blues oder Rhythm 'n Blues), bei dem nicht ein Lied der Mardi Gras Indians erklingt.

Zurück zur aktuellen Musikszene, donnerstagabends in Vaughn‘s, einem Club irgendwo versteckt im Wohnviertel "Bywater": Corey Henry & The Treme Funktett treten auf. Henry, ein toller Posaunist, seine Musik hat er auf der Straße gelernt, ist als Junge schon mit den Brassbands marschiert, lange Jahre bei Kermit Ruffins gespielt, hat eine irrsinnig gute Band zusammengestellt. Drei Bläser, eine elektrische Geige, Rhythmusgruppe mit einem begnadeten Japaner an der Gitarre. Soul- Jazz, Funk, wie man ihn seit Art Blakey nicht mehr gehört hat. Und auf einmal springt Greg Stafford, von einem anderen Gig kommend, noch im korrekten schwarzen Anzug, ans Mikrophon. Stafford ist einer der renommiertesten Trompeter des Traditional Jazz. Er schreit "Indians are coming - Big Chief keep on grooving" und beginnt eine 15 minütige Version von Hey Pocky Way inklusive Tanzeinlagen, wie sie typisch für einen Häuptling, einen Big Chief, sind. Unvergesslich, magisch ...

Dienstags in der Bullet‘s Bar, in einem Schwarzenviertel nur 2 Kilometer vom French Quarter entfernt: Kermit Ruffins & The Barbecue Swingers. Als ich vor über 25 Jahren zum ersten Mal den damals kaum zwanzigjährigen Trompeter und Sänger Kermit Ruffins hörte, und das in einer Kneipe nur einige hundert Meter von Louis Armstrongs Geburtshaus entfernt, wurde ich kurzfristig zum Buddhisten .
Das konnte nur eine Wiedergeburt von Louis Amstrong sein. Aber es war dann doch keine reine Kopie - es klang härter, rhythmischer, funkiger. Vielleicht hat Armstrong mit 20 auch so geklungen? Inzwischen ist Kermit zum bekanntesten Musiker der Stadt geworden.
Fast jeden Abend spielt er mit seiner Band, den Barbecue Swingers, in irgendeinem Club der Stadt.
Sein regelmäßiger Donnerstagabend-Job im Vaughn‘s ist zur Legende geworden. Neben den geliebten Armstrong Stücken spielt er immer wieder die Hits der New Orleans Music: seien es Second Line Songs wie Gimme me my money back, Lil Liza Jane oder Hits von Fats Domino und Professor Longhair. Höhepunkt ist seine Interpretation von "Skookian", der Song aus Ghana, den Louis Armstrong von seiner Afrika-Tournee mitbrachte.

Noch einmal zeige ich diese Stadt, versuche meine Begeisterung auf die Mitreisenden zu übertragen. Und bei vielen hat es gewirkt. Immer wieder kommen sie mit mir nach New Orleans oder versuchen es auf eigene Faust. Diese Stadt läßt einen nicht mehr los.
Zum "Erholen" zwischendurch für einige Tage nach Natchez, einem alten romantischen Städtchen, toll gelegen hoch über dem Mississippi.
Dort Blues, Country Music und Erinnerungen an Jerry Lee Lewis, der aus dem benachbarten Ferriday stammt.

Für Newcomer:
Das ist keine typische Pauschalreise.
Die Musik ist laut, fängt spät an, reservierte Plätze gibt es nicht. Man kommt auch erstmal um 2 oder 3 Uhr morgens nach Hause. Gehört wird, was dem Reiseleiter gefällt. Gegessen wird vorwiegend in einfachen Lokalen. Gesundes Essen gibt es da nicht, Salatplatten auch nicht, guten Wein auch eher nicht, aber gut gekühltes Budweiser.
Es geht zu Veranstaltungen und in Clubs, wo sich kaum andere Touristen hin verirren.


Geplante Programmpunkte


Der Abschluss einer Reiserücktrittskostenversicherung und einer Auslandskrankenversicherung wird empfohlen.

Im Reisepreis nicht enthalten: Mahlzeiten, Eintrittsgelder (Konzerte, Clubs, Museen, Herrenhäser), Bootsfahrten, Benzinkosten u.ä.

Zu Beginn der Reise wird eine Gemeinschaftskasse angelegt, aus der diese Kosten pauschal bezahlt werden. Ersteinlage: 250 $.
Insbesondere bei den gemeinsamen Mahlzeiten ist es nicht möglich, getrennt abzurechnen.

Reisepreis:
2.380,-- € p.P. im Doppelzimmer
Einzelzimmer-Zuschlag: 660,-- €

Anmeldeschluss: 31. Januar 2017

Hier geht's zum Anmeldeformular.
Drucken Sie dieses aus und senden es ausgefüllt an:
Concert Büro Rolf Schubert
Ottostr. 63
D-50823 Köln